Kunst-Stafette

Sie schiesst den Pfeil weiter zum nächsten Künstler ... Die Künstlerin, Susanne Muller erfindet die Kunst-Stafette für Hans Stöckli. Dieser begibt sich auf Tour durch den ganzen Kanton und trifft KünstlerIn um KünstlerIn. Beginnend mit Susanne Muller in ihrem Atelier in Prêles.

Sie schiesst den Pfeil weiter zum nächsten Künstler − Hans Stöckli folgt dem Pfeil und spannt einen roten Faden, von Künstlerin zu Künstler, quer durch den Kanton.

... Hans Stöckli folgt dem Pfeil und spannt einen roten Faden, von Künstlerin zu Künstler, quer durch den Kanton. Jede Künstlerin oder jeder Künstler soll ihn treffen, und ihm seinen ganz persönlichen Ort oder Unort zeigen. Sei es sein Atelier, ein Ort im öffentlichen städtischen Raum oder in der Natur. Hans Stöckli soll so den präzisen, etwas anderen Blick des Künstlers kennenlernen, eine wertvolle Erfahrung.

1) Susanne Muller, Prêles

Am 25. Juli 2011 um 17.33 Uhr hat Susanne Muller von ihrem Atelier in Prêles aus, den Stafetten-Pfeil in das Oberland geschossen, die Stafette läuft.

2) Heinrich Gartentor, Horrenbach

Der Pfeil landete am 26. Juli, nur einen Tag später, bei Heinrich Gartentor, Künstler und Präsident der Visarte Schweiz (Berufsverband Visuelle Kunst). Im Austausch informiert sich H.S. zu Kunst- und Kulturproblemen in der Schweiz aus erster Hand, macht sich auf Spurensuche und fragt nach.

Es wurden Stadt-Land-Themen aus der Sicht des Künstlers, das neue KulturförderungsGesetz und weitere Themen angesprochen. Dabei ist ein aktuelles und persönliches Dokument entstanden.

3) Urs Dickerhof, Biel

Beim nächsten Stopp auf der Stafette zog es Hans Stöckli nach Biel. Dieses Mal traf der Ständeratskandidat den Künstler, Buchautor und ehemaligen Direktor der Kantonalen Schule für Gestaltung in Biel: Urs Dickerhof.

4) Peter Gysi, Burgdorf

Am 16. August 2011 empfing Peter Gysi Urs Dickerhof und Hans Stöckli in seinem Atelier in Burgdorf, in der Fabrik. Die Liebe zur Geometrie, welche als ordnende Kraft auch einem Künstler wie Peter Gysi Dynamik verleiht, ist das raumbeherrschende Element. Die Diskussion unter den drei Herren dauerte fast zwei Stunden und fand ihren Abschluss beim Mittagessen.

Die Fotos schoss der Enkel von Urs Dickerhof, welcher während des Gesprächs unzählige Skizzen in seinen Zeichnungsblock bannte.


5) Wolfgang Zät, Hinterkappelen

Von Peter Gysi begleitet, besuchte ich das sehr helle und gut eingerichtete Atelier von Wolfgang Zät am Stadtrand von Bern in Hinterkappelen. Ich konnte mich kaum sattsehen an den grossen und grössten Werken von Zät. Welch eine lebendige Welt, auch wenn Mensch und Tier nur im Verborgenen entdeckt werden müssen. Es entspricht meiner Einstellung, dass Farbe durch die fantastische Anordnung von Schwarz und Weiss entsteht: Licht und Schatten, gut und bös, sind immer Zwillingspaare. Niemand hat die absolute Wahrheit auf seiner Seite.

6) Alexander Jaquemet, Erlach

Alexander Jaquemet wohnt dort, wo ich genau die Hälfte des Weges erreicht habe, wenn ich um den Bielersee laufe: westlich von Erlach. Und dort habe ich ihn – zusammen mit Wolfgang Zät, an einem Freitagnachmittag besucht.

Ein stolzes Werk in jungen Jahren kann Alex schon vorweisen. Besonders angetan haben es mir die Bilder vom restaurierten Bundeshaus. Und das Experiment mit dem Modellflugzeug und dem bewegten Bild aus der Luft hat sich bereits mehrmals in meinem Traum gemeldet: in einer Höhe von 20 bis 30 Metern über das Seeland und überhaupt über die Erde zu schweben, muss eben traumhaft sein.

7) & 8) Inga Häusermann und Filip Haag, Bern

Der Hauptstadt Bern machte ich erst bei der 7. und 8. Etappe meine Aufwartung: beim Besuch bei der Inga Häusermann an der Mittelstrasse 7, einem Haus, das alle kennen und lieben, und bei Filip Haag, in einem Ladenlokal im Breitenrain, das ich nicht kannte aber künftig in meinen Stadtstreifzügen Beachtung finden wird.

Susanne Müller begleitete mich an diesem Samstagnachmittag, der sich bis in den Abend hineinzog, zur Inga. Ich lernte die Hinterpapiertechnik der Inga kennen und habe erkennen müssen, dass die Kunst eben darin besteht, den Zufall zu meistern. Seit dem ich daran bin, das Werk der Inga zu entdecken, suche ich an jeder Fassade Bilder – und frage mich, was gemacht werden müsste, damit in den Stahl- und Glasfassaden unserer Zeit auch Fabelwesen hausen könnten.

Mit Gipfeli auf dem Gepäckträger landeten Inga und ich am Montagmorgen bei Filip Haag, dem Bilddompteur. Er weiss um die Geheimnisse der feinsten Strukturen und verarbeitet sie zu Kunstwerken. Und immer entdeckt er Neues und bringt das ins Bild oder in eine Form. Und die Triebfeder ist nicht Gesellschaftskritik, sondern die Kunst, den Zufall und die Natur zu verstehen.

9) Schlussetappe: Jungfraujoch

Alle Kusntstafetten-TeilnehmerInnen (mit Ausnahme des leider unabkömmlichen Urs Dickerhof) diskutierten mit mir auf dem Jungfraujoch – genau so, wie es sich Susanne Müller im Frühsommer ausgedacht hatte.

Die Kunststafette bereicherte meinen Wahlkampf in mehrfacher Hinsicht: ich lernte 8 Berner KünstlerInnen in ihren Ateliers kennen und schätzen, ich habe mich mit den verschiedensten Techniken der bildenden Kunst auseinander setzen können und ich baute Pfeiler für die Erstellung der Brücke zwischen Kunst und Politik.

Allen ein grosses Merci!

Etappen-Übersicht

1 Susanne Muller | Prêles | 25. Juli 2011

2 Heinrich Gartentor | Horrenbach | 26. Juli 2011

3 Urs Dickerhof | Biel | 8. August 2011

4 Peter Gysi | Burgdorf | 16. August 2011

5 Wolfgang Zät | Hinterkappelen | 1. September 2011

6 Alexander Jaquemet | Erlach | 9. September 2011

7 Inga Häusermann | Bern | 24. September 2011

8 Filip Haag | Bern | 26. September 2011

9 Ziel | Jungfraujoch | 13. November 2011

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